Rahel Varnhagen von Ense (1771–1833)

Berliner Salonnière und Vertreterin von Frühromantik und Emanzipation

Die Tochter eines jüdischen Bankiers in Berlin gilt als eine der bekanntesten Vorreiterinnen der Emanzipation. Sie wird für ihre geistreiche Konversation und ihre klugen Urteile verehrt, begeistert sich für Literatur und Naturwissenschaften. Da sie als Frau nicht studieren darf, bildet sie sich selbst fort.

In sogenannten »Salons« treffen sich seit der Aufklärung angesehene und wohlhabende Bürger zu wissenschaftlichen Vorträgen und Diskussionen. Das Ideal der Geselligkeit fördert die Emanzipation. Nicht zufällig werden diese Salons vielfach von jüdischen, verheirateten Frauen geleitet. Rachel Levin, vermählt mit dem Diplomaten Karl August Varnhagen von Ense, führt ihren Berliner Salon von 1790 bis 1806. Dieser entwickelt sich zu seinem Zentrum des künstlerischen und literarischen Lebens weit über die Reichshauptstadt hinaus.